Schülersicht- funktioniert das Homeschooling wirklich so schlecht?

Aufstehen, Zähne putzen, frühstücken und an den Rechner setzen, das ist die neue Routine der Schüler*innen. Wegen der zweiten Corona-Welle und dem dadurch entstandenen Lockdown sind die Schüler*innen Deutschlands nun seit einigen Wochen im Homeschooling. Es ist nicht das erste Mal, dass Schüler*innen im Homeschooling sind. Jedoch war es etwas ganz anderes, da alles noch mit E-Mails gemacht wurde und niemand wirklich wusste, wie man sich zuhause alles beibringen soll. Aber wie ist es für die Schüler*innen, nochmals in das Homeschooling zu gehen?

Ich habe einige dazu befragt und ihre Antworten zusammengefasst. Die meisten meinten, dass der online-Unterricht viel entspannter sei, da man nicht so früh aufstehen müsse und sich durch die A- und B-Gruppen besser aufteilen könne, wann man was mache. Die Online-Plattform Moodle sei sehr gut ausgelegt und sehr überschaubar, da man immer erinnert werde, wenn man Sachen abgeben muss. Allgemein sei man motivierter, die Aufgaben zu machen, da man die Lehrer durch Online-Konferenzen sehe. Jedoch seien nicht alle Aspekte des Online-Unterrichtes so positiv. Da alles online ist, schienen Lehrer vergessen zu haben, dass es auch noch andere Fächer gibt, und gäben bergeweise Aufgaben auf, an denen man bis tief in die Nacht sitze, um sie noch rechtzeitig abzugeben. Manche Lehrer stellten sogar an Wochenenden Aufgaben auf Moodle hoch, die man noch bis Montag machen müsse, was sehr frustrierend und nervenaufreibend sein könne. Und wenn man mal Fragen habe, sei man meistens zu schüchtern, um dem Lehrer eine E-Mail oder eine Nachricht zu schreiben. Vor allem während der Konferenzen sei Melden schwer, da man sich überwinden müsse, sich zu melden und dies könnte sich negativ auf die mündliche Note auswirken. Auch fühlen sich die Schüler*innen einsam, da sie sich nicht mit ihren Freunden treffen können oder mal ins Training gehen können; eine Schülerin meinte sogar, sie sei weniger sozial geworden und habe gemerkt, dass sie aggressiver und gereizter sei. Nervende Geschwister oder Eltern die andauernd während des Unterrichts hereinkommen und damit die Konzentration stören, würden an den Nerven ziehen. Da meistens alle in der Familie das Internet benutzen, gäbe es häufig Internetprobleme, welche extrem nervig seien, weil man nicht alles in der gegebenen Unterrichtsstunde mitbekommen würde. Alles in allem seien die Schüler*innen zufrieden mit dem Online-Unterricht, wünschen sich aber, dass der Lockdown bald vorbei sei, damit sie wieder normal in die Schule gehen und sich wieder mit ihren Freunden treffen können.

Text und Bild: K. O.