Warum Menschen freiwillig auf ihr Smartphone verzichten

Stell dir vor, du verzichtest freiwillig 40 Tage lang auf Schokolade, Salamipizza oder dein Smartphone. Klingt erstmal wie eine ziemlich schlechte Idee, oder? Genau das machen aber viele Christen jedes Jahr in der sogenannten Fastenzeit.

Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und endet an Ostern. Insgesamt dauert sie also 40 Tage. Die Zahl ist nicht zufällig: In der Bibel steht, dass Jesus 40 Tage lang in der Wüste gefastet hat – ohne Snacks, ohne Netflix und wahrscheinlich auch ohne WLAN. In dieser Zeit hat er sich ganz auf Gott konzentriert und sich auf sein öffentliches Wirken vorbereitet.

Und genau darum geht es auch bei der Fastenzeit heute: Christen wollen in dieser Zeit wieder näher zu Gott finden. Im Alltag geht das oft unter – Schule, Handy, Stress und tausend andere Dinge lenken ab. Beim Fasten versucht man, das alles ein bisschen runterzufahren und sich mehr Zeit für den Glauben zu nehmen, zum Beispiel durch Beten oder Nachdenken.

Früher war das Fasten übrigens richtig streng. Die Leute durften kein Fleisch essen und oft auch keine Milchprodukte oder Eier. Heute sehen das viele entspannter. Manche verzichten auf Süßigkeiten, andere auf Social Media oder versuchen, bewusster zu leben.

Aber warum macht man das überhaupt? Es geht nicht darum, sich selbst zu quälen oder zu zeigen, wie „stark“ man ist. Vielmehr soll das Fasten helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: den Glauben, Gott und den Umgang mit anderen Menschen. Wenn man auf etwas verzichtet, merkt man oft erst, wie sehr man daran hängt – und kann sich fragen, ob das wirklich so wichtig ist.Außerdem gehört zur Fastenzeit auch, mehr Gutes zu tun. Viele Christen versuchen, freundlicher zu sein, anderen zu helfen oder zu spenden. So lebt man seinen Glauben nicht nur im Kopf, sondern auch im Alltag.

Am Ende ist die Fastenzeit also eine Mischung aus Nachdenken, Verzicht und Glauben. Und wer weiß – vielleicht merkt man am Ende nicht nur, dass man ohne tägliche Schokolade überleben kann… sondern auch, was einem im Leben wirklich wichtig ist.

Viele Christen backen zu Ostern ein süßes Osterlamm und bemalen Eier. Diese Speisen werden im Gottesdienst in der Osternacht gesegnet und dann am Ostersonntag gemeinsam gegessen.

Text: S.P.
Bild: pixabay